Schwer wiegend

Zesel Tagebuch, Folge 5.
Wie Zesel auf die Waage klettert und alle überrascht.

Manfred Müller von der mobilen Pferdewaage ist vorsichtig. "Wir bauen lieber draußen auf." Müller weiß wer auf Ihn wartet:Zesel. Der 1,17 Meter große Zebra Pony Mix ist bei guter Laune ein Wonneproppen; wenn ihm was nicht passt ein Mistvieh.Und wer weiß schon, ob Zesel an diesem Tag zu dieser Zeit an diesem Ort Lust zum Wiegen hat? Falls nicht, haben 35 Kilo Technik (Laptop, Drucker und Wiegetisch) gute Chancen, sich zügig in Datenschrott zu verwandeln.

Zesel Tagebuch - Die mobile Pferdewaage

Trainer Michael Geitner ist optimistisch. Er übt mit Zesel jeden dritten Tag ("Das verträgt sie besser als jeden Tag Arbeit") im Round Pen, Longieren und Freilaufen. Als Vorbereitung auf das Wiegen hat er sie immer wieder über Westernpads geführt.
"Sie ist ganz vorsichtig, sieht sich die Sache ganz genau an, überlegt kurz und geht dann drüber", sagt er.

Was Damen schamhaft verschweigen (Müller: "Die stellen sich bei Terminen im Gegensatz zu Männern nie auf die Waage"), muß bei Pferd und Zesel schamlos ans Licht: Nur wenn man ihr Gewicht genau kennt, lassen sich Wurmkuren, Medikamente und Futterrationen korrekt berechnen und dosieren. Die dralle Zesel wird auf 250 bis 265 Kilogramm geschätzt; Fachmann Müller hält sich raus. "Wir haben über 5000 Pferde gewogen und ich habe eins gelernt: Man kann das Gewicht eines Pferds nicht schätzen, weil sein Körperbau überhaupt keine Rückschlüsse zuläßt."

Zesel Tagebuch - Die mobile Pferdewaage

Zesel hat die flache, mit einem Teppich abgedeckte Waage sofort entdeckt. Sie trottet hinter Geitner in den Round Pen, zieht die Bremse, rammt die Beine in den Boden, schnauft und will weg. Geitner hält dagegen. Er verhindert, daß sie den Kopf abwendet und zieht. Zesel schnauft entrüstet, zieht kurz und geht einen Schritt vor. Sofort gibt Geitner nach. "Na bitte, gut trainiert", scheint Zesel zu denken und riecht am Teppich.Dann bringt sie Geitner in zehn Minuten bei, Kringel um die Waage zu gehen. Sie führt ihn kreuz und quer über den Teppich, bis der Trainer ihrer Meinung nach gelassen genug ist, die drei Sekunden neben ihr am Boden stillzustehen. So lange braucht der Wiegecomputer, um Zesels Gewicht präzise zu errechnen. Alle sind verblüfft, wie mühelos, wie gelassen und wie schnell Zesel die Wiege Lektion absolvierte.

"292 Kilogramm" ruft Müller - fast 50 Kilo mehr als die meisten Schätzungen. Das erklärt auch, warum Zesel so schnell aus der Narkose erwachte, als ihre Hufe geschnitten wurden (siehe CAVALLO 01/2003). Die Mittel waren zu Zesels Sicherheit so knapp wie möglich dosiert und für 180 Kilo berechnet. Zesels 292 Kilogramm erklären auch, warum die 1,17 Meter kleine Stute (auf die man herabsieht) eine solche Wucht beim Kampf entfaltet. Zum Vergleich: Der zwei Meter große Boxer Vitali Klitschko (zu dem man aufschaut) wiegt 112 Kilogramm und haut jeden Gegner mühelos k.o.

Zesels Freund, ein Minishetty-Hengst, muß ebenfalls auf die Waage, die 91 Kilogramm zeigt. Selbst dieser Zwerg nimmt es mühelos mit jedem Menschen auf: Als er beim aufgekratzten Toben keine Lust auf Einfangen hatte, schoß er wie ein wildgewordenes Elektron im Round Pen umher. Einen 77-Kilo-Mann der nach ihm griff, schleifte er mit und schüttelte ihn schließlich ab wie eine Fliege.

Zesel Tagebuch - Die mobile Pferdewaage

Nach dem Wiegen ist Zesels Geduld am Ende. Noch mehr Training? Nein danke. Geitner hält sie kurz am Halfter, steht neben Ihrem Kopf und versucht, sie am linken Vorderbein zu berühren. Anders als beim Putzen und Longieren ist Zesel hier zu 0,00 Prozent kompromißbereit. Geitner streicht über Zesels Oberarm. Zesel zieht das Bein weg. Geitner greift erneut danach. Zesel zieht das Bein schneller weg und klappt die Ohren zur Seite. "Jetzt hab' I noch genau einmal, dann wir die garstig", warnt er und streckt den Arm aus. Blitzschnell passiert ganz viel: Zesel wird garstig, bleckt die Zähne, steigt und greift an; Geitner taucht unter dem schnappenden Gebiß zur Seite, keucht etwas, das stark nach "es ist doch zum Kotzen" klingt, ruckt hart am Strick und pfeift Zesel an "Laß das!"

Zesel läßt es und steht harmlos still. Freundlich klappt sie die Ohren vor, als Geitner Ihre Stirn krault. "Einmal noch, was hab' ich gesagt? Ich kenn doch mittlerweile meine Zesel", strahlt er.
Und Zesel ihn. Die schlaue Stute trottet zufriedend kauend hinter ihm ins Paddock zurück. Was sie nicht weiß: Eine Herpes Impfung steht bevor...

Ulrike Dobberthien
Texte und Bilder aus der Zeitschrift "Cavallo" Ausgabe 03/2003 Die "Zesel Tagebuch" Reihe erscheint mtl. im Magazin CAVALLO, jetzt am Kiosk.

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